Feuerwehr Wiesmoor setzt nun auf Hilfe aus der Luft

Feuerwehr Wiesmoor setzt nun auf Hilfe aus der Luft

Der technische Wandel macht auch vor der Feuerwehr keinen Halt. In den letzten Jahren gab es einige Innovationen, die die Arbeit der Feuerwehren in verschiedenen Bereichen erleichtert und sicherer gestaltet haben. Auch die Feuerwehr Wiesmoor schaut in diesem Zusammenhang gerne mal über den eigenen Tellerrand hinweg, um sich Anregungen für Neues zu holen.
Vor diesem Hintergrund begann man innerhalb der Wehr bereits vor einiger Zeit damit, sich mit der Anschaffung einer Drohne als Einsatzmittel zu beschäftigen. Nachdem die Planungen dann konkreter wurden, dauerte es schließlich nicht lange und man war sich in der Führungsebene der Feuerwehr einig, dass ein solches Gerät aus einsatztaktischer Sicht eine sehr sinnvolle Ergänzung zur vorhandenen Technik darstellt. Durch den feuerwehreigenen Förderverein konnte nun kürzlich eine, speziell für den Feuerwehreinsatz konzipierte Drohne des Herstellers DJI angeschafft werden. Im Rahmen der Quartalsversammlung der Feuerwehr Wiesmoor am vergangenen Freitagabend wurde das Fluggerät vorgestellt und durch den stellvertretenden Bürgermeister Friedhelm Jelken offiziell übergeben.
Die knapp 14 Tausend Euro teure Anschaffung vom Typ Matrice 200 V2 ist die aktuellste Version ihrer Generation. Das Modell der Feuerwehr Wiesmoor gehört deshalb sogar zu den ersten ihrer Art, die in Deutschland ausgeliefert wurden. Herzstück dieser Drohne ist eine integrierte Wärmebildkamera, die knapp über die Hälfte der Gesamtkosten ausmacht. Zudem verfügt das gut sechs Kilogramm schwere Fluggerät über eine bewegliche und hochauflösende 4K Kamera, sowie eine weitere fest eingestellte Kamera, die dem Piloten auf dem großen Display der mitgelieferten Fernbedienung permanent die Sicht in Flugrichtung ermöglicht. Zwei Akkus mit Schnelladefunktion sorgen für eine Flugzeit zwischen 20 und 30 Minuten, je nach Wetterlage und Nutzung der verschiedenen Funktionen. Weiterhin stehen zwei Reserve-Akkus zur Verfügung, die einen fast durchgehenden Flugbetrieb ermöglichen.
Die Einsatzmöglichkeiten der Drohne – die mit wenigen Handgriffen in kurzer Zeit flugfertig ist – sind vielfältig. Unter anderem soll sie der Feuerwehr dazu dienen, einen Überblick über unübersichtliche und größere Einsatzstellen aus der Höhe zu bekommen. Die Kamerabilder können dabei problemlos in Echtzeit auf die Monitore im Einsatzleitwagen übertragen werden. Mithilfe der Wärmebildkamera können zudem Brandherde in Bereichen, die vom Boden aus nur schwer zugänglich und nicht einsehbar sind, sicher aus der Entfernung lokalisiert werden. Als Beispiele sind dabei Wald-, Moor- und größere Gebäudebrände zu nennen. Auch bei der Suche nach vermissten Personen kann die Wärmebildtechnik aus der Höhe helfen, um Personen im Gelände schneller aufzuspüren. Ein geschlossenes Blätterdach stellt dabei kein großes Hindernis dar, um die Wärmesignatur eines Menschen aus der Luft zu erkennen.
Die Drohne hat laut Hersteller eine maximale Reichweite von acht Kilometern und kann in einer Höhe von bis zu 500 Metern fliegen. Allerdings werden diese Maximalwerte aufgrund bestimmter Auflagen für den sicheren Flugbetrieb solcher Geräte im Regelfall nicht erreicht.
In den kommenden Tagen soll die Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden beginnen, welche die Drohne im Einsatzfall bedienen sollen. Für Dokumentationszwecke wurde außerdem ein so genanntes Flugbuch angeschafft. Darin werden zukünftig alle Übungs-, Ausbildungs- und Einsatzflüge dokumentiert.

Im Rahmen der Versammlung folgte schließlich auch die feierliche Übergabezeremonie für die neue Drohne. In seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins übergab Ortsbrandmeister Karlheinz Bienhoff das Flugbuch zunächst symbolisch an den stellvertretenden Bürgermeister Friedhelm Jelken.
Jelken bedankte sich dafür und ging in seiner Rede auf die Bedeutung dieser Anschaffung für die zukünftige Arbeit der Feuerwehr Wiesmoor ein, bevor er als Vertreter der Stadt Wiesmoor im Beisein von Horst-Dieter Schoon (zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung) und Kreisbrandmeister Gerd Diekena das Flugbuch wiederum an Ortsbrandmeister Bienhoff und damit offiziell an die Freiwillige Feuerwehr Wiesmoor übergab.

Drohne

Auf dem Bild v.l.n.r.: Stellv. Ortsbrandmeister Gerd Buß, Ortsbrandmeister Karlheinz Bienhoff, Stellvertretender Bürgermeister Friedhelm Jelken, Fachbereichsleiter Horst-Dieter Schoon, Stadtbrandmeister Uwe Behrends und Kreisbrandmeister Gerd Diekena

Text: Jan-Marco Bienhoff (jmb) Bild(er): Jan-Marco Bienhoff (jmb)