Verhalten bei einem Gefahrstoffaustritt

Das Spektrum an Gefahrstoffen ist groß. Unterschieden wird in chemische (C), biologische (B), radiologische (R) und nukleare (N) Gefahrstoffe. CBRN-Gefahrstoffe können gas- oder dampfförmig, als Aerosole, flüssig oder fest auftreten. Ein Laie kann die Gefährlichkeit dieser Stoffe in der Regel nicht erkennen. Sie können bei einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter, bei einem Störfall in einer Fabrik oder Industrieanlage, einem Defekt in der Chlorierungsanlage eines Hallenbades oder unzähligen weiteren Situation freigesetzt werden.

Im Falle einer solchen Gefährdung für die Bevölkerung werden die Einsatzkräfte und die zuständigen Behörden umgehend alle notwendigen Maßnahmen zum Schutze der Bürgerinnen und Bürger einleiten. Jeder kann sich aber auch selbst schützen oder zum Schutz von Mitbürgern beitragen, wenn die hierfür geeigneten Maßnahmen bekannt sind. Das gilt besonders für die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte, aber auch während des Einsatzes und bis zur offiziellen Entwarnung. In seltenen Fällen kann auch eine Evakuierung des betroffenen Bereiches nötig werden.

 

Wichtig: Im Falle einer akuten Gefahr wählen Sie sofort den Notruf 112!

 

Was kann mir passieren?

  • Durch Unfälle beim Gefahrguttransport, durch Brände, Explosionen und außergewöhnliche Betriebsstörungen in Lager- und Produktionsstätten können gesundheitsschädliche Gas- und/oder Rauchwolken entstehen und eine besondere Gefahr für die Allgemeinheit hervorrufen
  • Ungeschützter Kontakt mit konzentrierten Gefahrstoffen (z.B. Einatmen, Kontakt über die Haut, usw.) kann zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod führen
  • es kann zu extremer Geruchsbelästigung kommen

 

Was kann ich dagegen tun?

Zu Hause:

•Bleiben Sie im Gebäude
•Kinder sofort ins Haus rufen
•Holen Sie Haustiere ins Haus
•Bringen Sie ggf. Nutztiere in ihre Stallungen
•Nehmen Sie gefährdete Passanten vorübergehend auf
•Informieren Sie – falls erforderlich – andere Hausbewohner
•Kümmern Sie sich um ältere, hilfsbedürftige und ausländische Mitbürger
•Schließen Sie Fenster und Türen
•Schalten Sie Ventilatoren und Klimaanlagen aus. Schließen Sie die Lüftungsschlitze der Fensterrahmen. Dadurch bleiben Gase ausgeschlossen und können nicht ungehindert eindringen
•Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio (UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät ein. Meldungen über das Schadensereignis, Verhaltensregeln und Entwarnung werden auch über die Medien bekannt gegeben
•Suchen Sie einen geschützten Innenraum der Wohnung auf, der möglichst keine Außenfenster hat
•Im Falle einer Freisetzung radioaktiver Stoffe suchen Sie vorzugsweise einen Kellerraum auf
•Vermeiden Sie unnötigen Sauerstoffverbrauch durch Kerzen oder Ähnlichem
•Benutzen Sie beim Eindringen von Gefahrstoffen vorhandene Atemschutzmasken, notfalls einen improvisierten Mundschutz (OP-Masken, Tücher, usw.)
•Holen Sie Ihre Kinder nicht eigenmächtig aus der Schule oder dem Kindergarten ab. Sie werden durch das Personal dort bestens betreut
•Beachten Sie unbedingt die Durchsagen der Behörden und Einsatzkräfte
•Telefonleitungen nicht blockieren! Feuerwehrnotruf 112 und Polizeinotruf 110 nur im Notfall benutzen!
•Gebäude erst nach Entwarnung verlassen
 

Im Freien:

Wo bekomme ich weitere Informationen?

•Achten Sie auf Durchsagen von Polizei oder Feuerwehr
•Achten Sie auf die Windrichtung
•Bewegen Sie sich möglichst quer zur Windrichtung, atmen Sie möglichst durch einen Atemschutz, zumindest durch ein Taschentuch
•Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf
•Wenn Sie bereits mit Gefahrstoffen in Berührung gekommen sind, wechseln Sie beim Betreten des Gebäudes Oberbekleidung und Schuhe
•Verpacken Sie verschmutzte Oberbekleidung und Schuhe in Plastikbeuteln und platzieren Sie diese außerhalb des Wohnbereichs, sofern möglich vor dem Gebäude
•Waschen Sie sich zuerst gründlich die Hände, dann Gesicht und Haare, ebenso Nase und Ohren mit Wasser und Seife
•Im Falle der Freisetzung biologischer Stoffe ist zusätzlich eine Händedesinfektion zu empfehlen
•Befolgen Sie die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden
•Beachten Sie Straßen- und Gebietssperrungen. Sie dienen Ihrem Schutz
•Blockieren Sie keine Verkehrswege! Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind auf freie Straßen angewiesen

Im Auto:

•Schalten Sie die Lüftung aus und schließen Sie die Fenster
•Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte
•Verlassen Sie, wenn möglich, den Gefahrenbereich
•Suchen Sie ansonsten das nächste geschlossene Gebäude auf oder bleiben Sie in Ihrem Auto sitzen
•Meiden Sie Tiefgaragen
•Beachten Sie Straßen- und Gebietssperrungen. Sie dienen Ihrem Schutz
•Blockieren Sie keine Verkehrswege! Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind auf freie Straßen angewiesen
•Auto erst nach Entwarnung verlassen

 

Nach dem Schadensereignis:

•Auf Entwarnungssignale oder Durchsagen achten
•Nicht unnötig im Freien aufhalten
•Wenn nötig, Erste Hilfe leisten
•Nur im Notfall telefonieren
•Weitere Anweisungen beachten
•Schäden dokumentieren, fotografieren
•Vor Reinigungsarbeiten Informationen aus den Medien beachten
•Sie sollten sich nach einer größeren Schadenslage über mögliche Einschränkungen in ihrem gewohnten Tagesablauf informieren

 

Weitere Informationen

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und KatastrophenhilfeKlicksymbol3

BKK: Richtiges Verhalten in Notsituationen

 

 

Infopoint

Die Feuerwehr Wiesmoor weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei allen Artikeln dieser Kategorie nur um Hinweise oder Tipps handelt, aus denen keinerlei Haftungsansprüche abgeleitet werden können.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

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