Der Katastrophenschutz in Deutschland

Menschen können sich nicht vor allen denkbaren Katastrophen selbst schützen. Sie benötigen Hilfe, Rettung und Unterstützung bei schweren Unglücksfällen, Naturkatastrophen und allen Gefahren, die mit eigenen Selbsthilfemaßnahmen nicht mehr bewältigt werden können. Bund und Länder arbeiten daher eng und partnerschaftlich zusammen, um im Bedarfsfall über ein gemeinsames und schlagkräftiges System zur Schadensbekämpfung zu verfügen. Dabei stützen sie sich weitgehend auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der privaten und öffentlichen Katastrophenschutzorganisationen.

Der Schutz der Zivilbevölkerung im Verteidigungsfall liegt gemäß Artikel 73 des Grundgesetzes in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes und ist somit Bundessache. Hingegen ist für den Katastrophenschutz im Frieden diese Befugnis gemäß Artikel 70 des Grundgesetzes den Ländern zugeordnet.

Der Schutz der Zivilbevölkerung im Verteidigungsfall liegt gemäß Artikel 73 des Grundgesetzes in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes und ist somit Bundessache. Hingegen ist für den Katastrophenschutz im Frieden diese Befugnis gemäß Artikel 70 des Grundgesetzes den Ländern zugeordnet.

Aus personellen, technischen und finanziellen Gründen wäre es jedoch nicht sinnvoll, wenn Bund und Länder für die Bekämpfung von Schadenssituationen, die zwar unterschiedliche Ursachen, aber ähnliche Auswirkungen haben, voneinander unabhängige Hilfeleistungssysteme unterhalten würden. Es besteht daher bereits jetzt eine enge Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Art, dass der friedensmäßige Katastrophenschutz auch im Verteidigungsfall Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung wahrnimmt. Umgekehrt steht das durch den Bund finanzierte Ergänzungspotential für den Zivilschutz den Ländern auch für die Gefahrenabwehr im Frieden zur Verfügung.
 

Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern wird derzeit noch verstärkt und verbessert, um einerseits im Bedarfsfall über ein gemeinsames und schlagkräftiges System zur Schadensbekämpfung zu verfügen und andererseits Synergieeffekte zu erreichen. So hat der Bund in dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur weiteren Verbesserung des Bund-Länder-Krisenmanagements das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum (GMLZ) eingerichtet. Hauptaufgabe ist die Optimierung des bund-, länder-, kommunen- und organisationsübergreifenden Informations- und Ressourcenmanagements bei großflächigen Gefahren- und Schadenslagen. Gleichzeitig wird der Aufbau einer Informationszentrale des Bundes für großflächige Gefahrenlagen mit dem deutschen Notfallvorsorge Informationssystem (deNIS) intensiv vorangetrieben.

Im Katastrophenschutz mitwirkende Einheiten und Einrichtungen in Deutschland:


    Feuerwehren,
    Arbeiter-Samariter-Bund (ASB),
    Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG),
    Deutsches Rotes Kreuz (DRK),
    Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH),
    Malteser-Hilfsdienst (MHD),
    Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW).


Zurzeit wird die Ausstattung der Katastrophenschutzeinheiten erneuert. Der Bund stellt den Ländern für den Bereich Brandschutz neue Löschfahrzeuge bereit. Insgesamt werden über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophen-hilfe (BBK) 961 Löschfahrzeuge und 450 Fahrzeuge zur Wasserförderung- und versorgung an die Länder ausgegeben.

Es wird zwei neue Fahrzeugtypen, welche eine zusätzliche und auch verbesserte Ausstattung erhalten haben: ein Löschgruppenfahrzeug und einen Schlauchwagen für den Katastrophenschutz.

Die nächste Generation Löschgruppenfahrzeuge im Katastrophenschutz:

In den Gesprächen mit den Ländern ist vom Bund ein Löschfahrzeug in der Größenordnung „LF 10/6" vorgestellt worden. Aufgrund der Intervention einzelner Länder hat der Bund sein Konzept alternativ, allerdings bei entsprechender wertmäßiger Verrechnung, auch um ein Löschfahrzeug in der Größenordnung „LF 20/16" ergänzt. Somit hatte der Arbeitskreis den Auftrag ein entsprechendes Löschfahrzeug bzw. zwei alternative Löschfahrzeuge auszuarbeiten. An Normfahrzeugen standen folgende Fahrzeuge als Grundmodelle zur Verfügung:


    LF 10/6 DIN 14530-5
    LF 20/16 DIN 14530-11
    LF 16-TS DIN 14530-8


Aufgrund der überalterten Konzeption des LF 16-TS und der nicht mehr zeitgemäßen Vorbaupumpe schied dieses aus, sodass als Basis die beiden aktuellen Löschgruppenfahrzeuge LF 10/6 und LF 20/16 übrig blieben.

Das Konzept für das neue Löschgruppenfahrzeug des Bundes setzt sich nun aus folgenden Eckdaten zusammen:


    Standardbeladung eines GW-L2 mit Zusatzbeladungssatz „Wasserversorgung"
      
    Truppbesatzung
     
    Gerätekoffer und Ladefläche mit Pritsche/Plane
      
    Heckseitige Ladebordwand
     
    Feuerlöschkreiselpumpe PFPN 10-2000 für die TS
     
    2.000 m B- Schläuche
      
    90 m C-Schläuche
      
    Faltbehälter Für Löschwasser mit 5.000 Liter Inhalt
     
    Motorsäge
      
    KatS-spezifische Zusatzbeladung
    
    Allradantrieb



Da das Löschfahrzeug für Zwecke des Katastrophenschutzes, bei Großschadenslagen und zur Wasserförderung über lange Wegstrecken eingesetzt werden soll, wurde sowohl für das Fahrzeug als auch für die Tragkraftspritze die Verwendung einer Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von 2.000 Litern festgelegt. Ein positiver Nebeneffekt dieser Festlegung auf die 2.000 Liter-Pumpe war dann auch, dass man damit dem Einwand der Länder nach größerer Pumpenleistung Rechnung tragen konnte und, nach entsprechender positiver Rückmeldung aus den Ländern, auf die Konzeption eines zweiten größeren Bundes-Löschfahrzeuges verzichtet werden konnte.

Aufgrund des Beschlusses des zuständigen DIN-/FNFW- Normausschusses, wonach künftig bei Löschfahrzeugen dieser Größenordnung ein Löschwassertankvolumen von mindestens 1.000 Litern vorzusehen ist und da der Bund bei seiner übrigen Ausstattung, z.B. im Bereich des ABC-Schutzes oder des Betreuungsdienstes, auch regelmäßig mit Volumen von 1.000 Liter arbeitet, wurde für dieses Löschfahrzeug ebenfalls ein Tankvolumen von 1.000 Litern festgelegt.

Um keine neuen Zwischenschritte in die bestehende Normenreihe einzubringen, wird auf eine „übliche" Bezeichnung bzw. Benennung des Fahrzeugs verzichtet. Aus diesem Grunde und aus dem vorgesehenen Einsatzzweck als Fahrzeug für den Katastrophenschutz erhält das Fahrzeug die Bezeichnung „Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF-KatS)".
 




Die nächste Generation Schlauchwagen im Katastrophenschutz:

Bundesseitig ist den Ländern hier ein Fahrzeug auf Grundlage eines Gerätewagens „Logistik" angeboten worden. Hierfür standen an (Norm-) Fahrzeugen folgende Fahrzeugtypen zur Verfügung:


    GW-L1 DIN 14555-21
    GW-L2 DIN 14555-22
    alter SW 2000-Tr DIN 14565


Da sich das Konzept des alten SW 2000-Tr in der Praxis bewährt hat, dieser aber nicht mehr genormt ist, musste nun ein entsprechendes Fahrzeug anhand der aktuellen Normen der Gerätewagen Logistik konzipiert werden. Als Basis diente hierfür dann der GW-L2 mit der Zusatzbeladung „Wasserversorgung".

Als Ergebnis liegt nun das Konzept für einen Schlauchwagen mit folgenden Eckdaten vor:

    Standardbeladung eines GW-L2 mit Zusatzbeladungssatz „Wasserversorgung"
      
    Truppbesatzung
      
    Gerätekoffer und Ladefläche mit Pritsche/Plane
    
    Heckseitige Ladebordwand
    
    Feuerlöschkreiselpumpe PFPN 10-2000 für die TS
    
    2.000 m B- Schläuche
    
    90 m C-Schläuche
    
    Faltbehälter Für Löschwasser mit 5.000 Liter Inhalt
    
     Motorsäge
    
    KatS-spezifische Zusatzbeladung
    
    Allradantrieb


Da auch dieses Fahrzeug, ggf. gemeinsam mit dem Löschfahrzeug des Bundes, für den Einsatz im Katastrophenschutz u.ä. vorgesehen ist, ist auch hier für die Tragkraftspritze die Verwendung einer Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von 2.000 Litern festgelegt. Somit können die Tragkraftspritzen beider Fahrzeuge auch ohne Umstellungen auf und mit beiden Fahrzeugen verwendet werden. Eine Kompatibilität der Ausstattung beider Bundesfahrzeuge ist somit sichergestellt. Der mitgeführte Schlauchvorrat ist auch hier wieder auf der Ladefläche in 10 Schlauchkassetten zu je 10 B-Schläuchen verlastet.

Um auch hier keine neuen Abstufungen in die bestehende Normreihe einzubringen, wird auf eine „übliche" Bezeichnung bzw. Benennung des Fahrzeugs ebenfalls verzichtet. Aufgrund der vorrangigen Aufgabe der Wasserversorgung/-förderung mittels Schläuchen und dem vorgesehenen Einsatzzweck als Fahrzeug für den Katastrophenschutz erhält dieses Fahrzeug die Bezeichnung „Schlauchwagen für den Katastrophenschutz (SW-KatS)".

Diese neue Fahrzeugausstattung ist Teil der „Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland". Die Maßnahme ist Beschluss der Innenminister-konferenz und soll die Bundesländer für den Fall einer Katastrophe, beispielsweise eines Großbrandes, optimal ausstatten.

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