Was lange währt wird endlich gut


Was lange währt wird endlich gut


Am vergangenen Freitagabend war es endlich soweit. Zahlreiche Mitglieder aus allen Abteilungen der beiden Wiesmoorer Feuerwehren, sowie einige Gäste versammelten sich beim Feuerwehrhaus an der Hauptstraße, um das neue Fahrzeug für die Schwerpunktfeuerwehr Wiesmoor zu begrüßen.

Bereits am frühen Vormittag hatte sich eine aus Mitgliedern der Feuerwehr Wiesmoor und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bestehende Delegation auf den Weg ins 250 Kilometer entfernte südniedersächsische Elze gemacht, um den neuen Schlauchwagen in seine zukünftige Heimat zu überführen. Kurz vor dem Ziel legte die Gruppe nach dem anstrengenden Tag noch einen Verpflegungsstop bei der Gaststätte Fiedler in Voßbarg ein, zu dem Inhaber Jürgen Hedemann spontan eingeladen hatte, als er von der Überführung erfuhr. Nach einem deftigen Abendessen machte sich die Delegation auf, um die letzten Kilometer zum Feuerwehrhaus hinter sich zu bringen. Pünktlich um 19.30 Uhr fuhr das Gefährt mit der offiziellen Bezeichnung „Schlauchwagen für den Katastrophenschutz“, kurz SW KatS, standesgemäß mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Hof vor.


Auf diesen Moment mussten die Mitglieder der Feuerwehr Wiesmoor lange warten. Schon Mitte der neunziger Jahre sollte ein Schlauchwagen als Ergänzung zu einem bereits vorhandenen Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF 16 TS) aus Beständen des Bundes in Wiesmoor stationiert werden. Als Übergangslösung wurde den Wiesmoorern damals ein zweites Löschgruppenfahrzeug zugeteilt. Durch drastische Einsparungen des Bundes in diesem Bereich kam es in den Folgejahren jedoch nie zur Auslieferung eines Schlauchwagens. Nachdem schließlich die Aussonderung der beiden in die Jahre gekommenen Katastrophenschutzfahrzeuge immer näher rückte, nahm die Stadt Wiesmoor vor einiger Zeit die Möglichkeit wahr, selbst einen Antrag auf Fördergelder zur Anschaffung eines neuen SW KatS zu stellen. Dieser Antrag wurde vom Bund bewilligt. Danach folgte die Ausschreibung, welche die Firma Freytag Karosseriebau aus Elze gewann. Ursprünglich hatte man die Auslieferung des Fahrzeugs bereits im September dieses Jahres erwartet. Durch die hohe Arbeitsauslastung beim Aufbauhersteller konnte der Schlauchwagen allerdings erst drei Monate später fertiggestellt werden. Die Mitglieder der Feuerwehr Wiesmoor nahmen die Verzögerung mit Blick auf die ganze Vorgeschichte sportlich, getreu dem Motto: „Was lange währt wird endlich gut“.

Und von der Tatsache, dass es sich beim neuesten Zuwachs im Fuhrpark der Wehr um eine sehr gute Ergänzung zur bestehenden Fahrzeugausstattung handelt, konnten sich die Anwesenden an diesem Abend selbst ein Bild machen. Das Fahrzeug wurde inklusive kompletter Beladung angeschafft. Der Schlauchwagen ist auf einem MAN Fahrgestell TGM 18.250 4x4 aufgebaut. In den beiden Geräteräumen hinter dem Fahrerhaus, das drei Einsatzkräften Platz bietet, ist der Großteil der normmäßigen feuerwehrtechnischen Beladung untergebracht. Auf der Ladefläche, die über eine Ladebordwand mit 1,5 Tonnen tragkraft be- und entladen werden kann, befinden sich insgesamt 2000 Meter B-Schlauch, die in Buchten gelegt auf vier Rollcontainern verlastet sind. Mit dieser standardmäßigen Beladung ist es möglich, mit weniger Personal und geringerem Zeitaufwand als bisher eine stabile Wasserförderung über längere Distanzen aufzubauen. Die Schlauchleitungen können dabei auch bei angepasster Geschwindigkeit problemlos während der Fahrt verlegt werden. Gerade in den eher dünner besiedelten Gebieten weit außerhalb der geschlossenen Ortschaften erhöht dieser Vorteil die Schlagkraft der Feuerwehr. Durch die hohe Geländegängigkeit kann das Fahrzeug ebenfalls in unwegsamen Gelände eingesetzt werden.

Mit dem neuen SW KatS, dessen Aufbau zum Großteil auf der Basis eines Gerätewagen Logistik 2 (GW-L 2) beruht, hat nun auch das geplante Logistikkonzept der Feuerwehr Wiesmoor sein Trägerfahrzeug erhalten. Da sich die 2000 Meter B-Schlauch auf leicht beweglichen Rollcontainern befinden, lässt sich die Beladung durch einige wenige Einsatzkräfte je nach Bedarf schnell und sicher gegen andere Beladungsmodule, wie z.B. Ölwehrgerät, Gefahrgutausrüstung oder Gerätschaften für die technische Hilfeleistung auf weiteren Rollcontainern austauschen. Auf der Ladefläche finden insgesamt bis zu sechs dieser Container Platz. Natürlich kann das Fahrzeug auch mithilfe des feuerwehreigenen Gabelstaplers mit herkömmlichen Paletten und Gitterboxen mit Nachschubmaterialien beladen werden. Aufgrund dieser Flexibilität besitzt das Fahrzeug einen hohen taktischen Einsatzwert. Das Neufahrzeug ersetzt einen kleineren Gerätewagen Logistik 1 (GW-L 1), der seit 2009 im Einsatz war.



Text: Jan-Marco Bienhoff (jmb)  Bild(er): Jan-Marco Bienhoff (jmb)


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